Inhalt
Die Jugendsession fordert die Bundesversammlung auf, die notwendigen rechtlichen
Grundlagen zu schaffen, um auf nationaler Ebene ein System mit teilweisen Steuerabzügen für
Investitionen in vom Bund als nachhaltig zertifizierte Unternehmen einzurichten.
Begründung
In Anbetracht der derzeitigen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen
Herausforderungen ist die Schweiz in der Pflicht, ein Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit, Innovation und
Verantwortung zu werden. Das im Rahmen der Jugendsession vorgestellte Projekt zielt darauf ab,
diesen Übergang durch Steuerabzüge für nachhaltige Investitionen zu unterstützen.
Die Bundesversammlung ist eingeladen, in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsakteuren,
Nichtregierungsorganisationen und Hochschulen ein offizielles Nachhaltigkeitslabel zu erarbeiten. Das
Label muss von den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDG) der Vereinten Nationen ausgehen und
auf die drei Bereiche der Nachhaltigkeit gestützt sein: Umwelt, Soziales, Wirtschaft. Für die Umsetzung
kann sich die Bundesversammlung von bestehenden Modellen wie “B Corp” in der Schweiz und
“Greefin” in Frankreich inspirieren.
Unternehmen, die das Label erhalten möchten, müssen beim Bund einen Antrag stellen. Dieser
überprüft sorgfältig, ob die Nachhaltigkeitskriterien erfüllt sind. Das Label wird für eine begrenzte Zeit
vergeben und wird obligatorisch periodisch überprüft, damit das System glaubwürdig bleibt und es nicht
zu Greenwashing kommt.
Nur Investitionen, die nach Vergabe des Labels an das entsprechende Unternehmen getätigt werden,
können von den Steuern abgezogen werden; unabhängig davon, ob die Investition von einer juristischen
oder einer natürlichen Person durchgeführt wird. Diese Investitionen müssen während einer
Mindestlaufzeit gehalten werden, die vom Gesetzgeber festgelegt wird.
Die Anwendungsmodalitäten der Steuerabzüge werden vom Gesetzgeber festgelegt, der entscheidet,
ob ein fixer Satz mit einer Obergrenze oder ein variabler Satz mit von ihm festgelegten Kriterien
eingeführt wird. Der Abzug könnte insbesondere auf die direkte Bundessteuer auf Einkommen und auf
Gewinn angewendet werden.
Mit dieser Massnahme sollen nicht nur grosse Unternehmen, sondern auch und vor allem KMU, die
sich für Nachhaltigkeit einsetzen, unterstützt werden. Gleichzeitig positioniert sich die Schweiz dadurch
als weltweites Referenzzentrum in Sachen nachhaltige und verantwortungsbewusste Geldanlagen.